Dienstag, 7. September 2010

Heute ist ein indischer Tag - Für Maxie

Es gibt Morgende die habe eine ganz stille leuchtende Luft. Das Licht ist ganz klar und erinnert mich dann an meine Zeit in Indien.
Die Lichtstrahlen bahnen sich ihren Weg durch die ausladenden Jacarandabäume und es ist noch so früh und kühl, das man sich den Wollschal ein wenig enger um die Schulter zieht. Die Blumenmädchen hocken noch am Bürgersteig und ihre aufgefädelten weißen und orangen Jasminblüten verströmen einen süßen betörenden Duft.



Die Gemüsehändler schieben bereits ihre Straßenkarren vor sich her und preisen laut ihre Ware. Frauen in Hauskleidern treten kurz heraus um sich noch schnell ein Bündel frischer Korianderblätter zu holen.

Bald kommen die Schulkinder in ihren Uniformen. Die kleinen Mädchen haben die Haare ordentlich gescheitelt und tragen sorgfältig geflochtene Zöpfe die weit über ihre Schultern hängen. Die Ranzen die sie auf den Rücken tragen sind viel zu groß und schwer für die zarten Kinder. Sie lachen und schwatzen, ihre weißen Zähne leuchten aus den dunklen Gesichtern. An ihre dunkelblauen Strickjacken haben ihre fürsorglichen Mütter mit Sicherheitsnadeln bunte Stofftaschentücher geheftet. Das Mittagessen tragen die Jungen und Mädchen verpackt in mehrere Edelstahldosen in pastellfarbenen Kunststoffkörbchen bei sich.

Jetzt wird es lauter. Die überfüllten Busse brummen ächzend durch den dichter werdenden Morgenverkehr. Die Rickshaws knattern und hupen. Alles bewegt sich Richtung Stadtmitte. Die Krähen streiten sich laut krächzend auf dem Abfallhaufen an der Ecke der Straße. Der Kokosnussverkäufer lädt seine gebündelten grünen Nüsse vom Rad und bezieht seinen Stammplatz unter den großen Palmen, zwischen dem gemauerten Laden der Milch Ko-operative und dem kleinen Ganesha-Tempel. Einzelne Straßenhunde suchen sich einen sonnigen Platz und rollen sich auf Stufen oder den Steinplatten des Bürgersteiges zusammen.

In den kleinen Seitengeschäften, den Tiffin Rooms und Tea Stalls, wird laufend frisch aufgebrühter dampfender Chai ausgeschenkt. Männer versammeln sich davor und schlürfen ihn verschlafen aus kleinen Edelstahlbechern. Im Vorbeigehen riecht es kurz nach Ingwer und Kardamon.

Heute ist ein indischer Tag. Ich trete an meinen Schrank und suche mir einen Salwar Kameez aus...

Kommentare:

  1. Hallo liebe Eva,
    das hast du wieder so schön geschrieben, ich fühle und sehe die Szene direkt in mir!

    Ich habe vor kurzem mal wieder eines meiner Lieblingsbücher zur Hand genommen (Theos Reise von Catherine Clement), in dem ein Teil der Reise durch Indien, unter anderem Benares, stattfindet.

    Inspiriert von diesem Buch und deinen schönen Berichten habe ich mir gestern ein Kochbuch mit indischen Rezepten und Landesinformationen gekauft und schwelge nun in der Vorstellung von Geschmäckern und Gerüchen...

    Viele liebe Grüße
    Sabine

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  2. WOW....das muss Montag gewesen sein, denn da hatte die Luft in Deutschland so ein "Indian" (oder auch Pakistan) feeling. Ich hätte auch gerne ein Salwar Kameez getragen aber die in meinem Schrank sind mir inzwischen viel zu eng geworden......aber eine echte Tasse Chai hat alles wunderbar gut gemacht.

    Shukriya
    Maxie *Ü*

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